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DU BIST NICHT BEDEUTUNGSLOS
Aus dem Buch der Richter, Kapitel 6
Diese Geschichte findet zu einer Zeit statt, als Josua, der Führer der Israeliten gestorben war. In Israel lebte eine neue Generation, die weder den Herrn kannte noch was Er für Israel getan hatte (Kap. 2,10-12). Sie war rebellisch und verehrte fremde Götter. Du kannst mehr darüber in Richter 2-6 lesen.
Kapitel 6 ist unser heutiger Fokus. In diesem Kapitel fährt Israel mit seiner Rebellion fort und der Herr gibt sie den Midianitern preis, deren Gewalt Israel sehr zusetzte. Die Israeliten litten sehr unter ihnen, die ihre Ernten zerstörten, so dass sie keine Versorgung mehr hatten. Sogar ihr Vieh wurde gestohlen. Aus dieser Rebellion heraus schrieen die Israeliten dann zu Gott.
Der Herr antwortete, indem er einen Engel sandte, der zu Gideon sprach und ihn einen mächtigen Krieger nannte. Gideon, ein normaler Mensch, fing natürlich an, Ausflüchte zu suchen. Er fühlte sich nicht wie jemand, der diesen Titel verdient.
Ich vermute, wir können das sehr gut nachempfinden.
Hast Du jemals ein Kompliment bekommen und dich selbst dabei ertappt, Begründungen zu geben, warum du dieses Kompliment nicht verdienst? Viele Geschwister könnten sich hier wieder finden. Einem Kompliment wie “Du bist klug” begegnet man dann mit Antworten wie “Ich habe das in einem Second-Hand Laden für so und so viel gekauft!“ [Anm. des Übersetzers: im Deutschen würde man wohl eher sagen „Ach, auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn!“]. Vielleicht sollten wir einfach mit „Danke!“ antworten.
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In Vers 13 stellt Gideon Gott in Frage und fragt, warum sie durch diese Schwierigkeiten mussten, wenn Gott doch auf ihrer Seite gewesen sein soll. Interessanterweise gibt Gott auf diese Frage keine Antwort, sondern sagt ihm, dass er in seiner Kraft, die er hat, gehen und Israel aus der Hand der Midianiter befreien soll. Er sichert Gideon seine Gegenwart zu. Gideon aber hat eine Identitätskrise. Er fährt damit fort, Gott zu erklären, warum er für diesen Auftrag nicht geeignet ist. Er sieht seine Sippe als die geringste an und sich selbst als den geringsten in seiner eigenen Familie. Gideon war sich seiner Kraft nicht bewusst. Er war es gewohnt, sich auf seine Schwächen zu konzentrieren. Er sah nur Begrenzungen. Er hatte sich sogar in einer Weinkelterei versteckt, weil er die Midianiter fürchtete. Er spricht gerade mit dem Allmächtigen, benutzt aber immer noch seinen eigenen alten Maßstab aus der Vergangenheit.
Vielleicht fühlst Du Dich wie Gideon, der sich vor Gott und den anderen Menschen versteckt. Du fühlst Dich wie der Geringste der Geringen. Du fühlst Dich, als wenn Du Gott nicht dienen könntest wegen Deiner Beschränkungen, die Du hast. Du trittst in Deinem Leben auf der Stelle weil Dir etwas zugestoßen ist, als Du jung warst. Vielleicht hast Du eine körperliche Behinderung, oder Du bist bei Deinen Prüfungen durchgefallen und wurdest als „Versager“ bezeichnet. Vielleicht bist Du der einzige in Deiner Familie, der keinen Universitätsabschluss hat. Vielleicht fühlst du dich, als wenn Du wenige Gaben hättest und wenig Talente.
Wie wir in der Geschichte von Gideon gesehen haben, verwendet Gott keine Zeit darauf, Gideons Unsicherheiten anzusprechen. Er hält ihm keine Predigt, wie er seine Sippe groß und bedeutend machen kann oder wie er in seiner Familie herausragen kann. Das ist mir wichtig - ich glaube dass wir in Gottes Augen alle wertvoll sind und die Fähigkeit haben, die besten zu sein, Gottes Bestimmung zu erreichen. Gott sieht über unsere Probleme hinaus. Er kann Deine Umstände sofort ändern, aber tut das nicht immer. Deine Umstände mögen sich nicht ändern, aber er ist in der Lage, Deine Sicht zu ändern, wie Du sie betrachtest. Ich ermutige Dich mit den Worten von Paulus in 1Kor 1,26-29, die sagen „Schaut doch euch selbst an, Brüder und Schwestern! Wen hat Gott denn da berufen? Es gibt ja nicht viele unter euch, die nach menschlichen Maßstäben klug oder einflussreich sind oder aus einer angesehenen Familie stammen. Gott hat sich vielmehr in der Welt die Einfältigen und Machtlosen ausgesucht, um die Klugen und Mächtigen zu demütigen. Er hat sich die Geringen und Verachteten ausgesucht, die nichts gelten, denn er wollte die zu nichts machen, die in der Welt etwas sind. Niemand soll sich vor Gott rühmen können.” Gott kann Dich gebrauchen, wie Du bist!
Gideons Geschichte fährt damit fort wie Gott schwache Dinge benutzt, um die Starken zu verwirren. In Kapitel 7 desselben Buches der Richter sehen wir, wie Gideon seine Truppen versammelt, um loszugehen und die Midianiter zu schlagen. Er stellt 32.000 Männer in seiner Armee zusammen. Der Herr sagt ihm in Vers 2: “Dein Heer ist zu groß! So kann ich die Midianiter nicht in eure Hand geben. Sonst werden die Leute von Israel am Ende prahlen und sagen: Der eigenen Hand verdanken wir unsere Rettung!”. Es zeigte sich, was für Gideon und seine Truppen wichtig war. Aber ihre Kraft und Zahl schien für Gott keine Rolle zu spielen. Gott hat in der Bibel oft betont, dass unser Sieg nicht durch Kraft oder Macht geschieht, sondern durch sein Eingreifen. Das ist eine große Ermutigung für die unter uns die sich unbedeutend und unfähig fühlen, Heldentaten für Gott zu vollbringen. Gideon begann damit, sich selbst durch seine Schwächen zu beschreiben. Er nannte sich selbst den Geringsten in seiner Familie und deine Sippe die geringste in Manasse. Er war sogar an dem Punkt sich zu verstecken, als er Weizen drosch. Er maß sich durch den Schleier seiner Sozialisation und seines Glaubenssystems und kam zum Schluss, er sei unterdurchschnittlich.
In Kapitel 7 fordert Gott Gideon auf, seine Armee auszusortieren. 22.000 gingen und er verbleibt mit nur 10.000. Gott sagt Gideon, weiter auszusortieren und er verbleibt schlussendlich mit nur 300 Männern. Im Vers 12 desselben Kapitels wird uns berichtet, dass die feindliche Armee so viele Truppen hatte, dass man sie nicht zählen konnte. Aber der Herr lässt Gideon nicht damit alleine, sich darüber zu sorgen wie 300 Männer gegen zahllose Leute gewinnen könnten. Er gibt ihm eine Strategie für die Schlacht. Dies ist wiederum eine große Ermutigung! Allein zu wissen, dass Gott Pläne gibt, wenn er Dich sendet sollte schon genug Grund für uns sein, an seinem Handeln beteiligt sein zu wollen. Er wird dich niemals verlassen oder im Stich lassen. Schwach, wie du dich fühlst, wird er dich stärken. Er wird dich ausrüsten mit dem was du für die Reise brauchst, wenn du ihm erlaubst, es zu tun. Gott ist ein Experte wenn es darum geht, die unwahrscheinlichsten Kandidaten zu benutzen:
- Er nahm Sarah aus dem Ruhestand, um sie eine neue Nation gebären zu lassen.
- Er wählte den Stotterer und Mörder Moses, um Israel aus Ägypten zu befreien. Moses wurde zu einer Zeit geboren, als der Pharao ein Gesetz erlassen hatte, dass alle israelitischen Kinder bei der Geburt getötet werden sollten. Moses wurde durch ägyptische Hebammen gerettet. Er wurde später in einen Korb gelegt und tauchte beim Palast des Pharao auf, als seine Tochter ihn aus dem Fluss
holte.
- Paulus, der Verfolger der Kirche, wurde ein Apostel und schrieb das meiste des Neuen Testaments.
- Jakob wurde immer als Lügner bezeichnet und wurde der Vater der israelitischen Nation.
- Joseph, ein Sklave, rettete seine Familie
- David, ein Hirtenjunge, wurde Israels größter König. Er tötete Goliath.
- Maria, ein kleinbäuerliches Mädchen, wurde die Mutter Jesu.
Ich habe mir Jesu Aufstellung [der Jünger] angeschaut und sie bestätigt nur, dass Gott jeden von uns benutzen kann. Wenn Ich für eine Sekunde Gott wäre und Gott sei dank bin ich das nicht und würde ein Gewinner-Team für Jesus zusammenstellen, würde ich nur die allerbesten aussuchen:
- Für eine starke ökonomische Basis würde ich eine Person suchen, die einen Abschluss von der besten Universität der Welt hat, vielleicht von Harvard.
- Für mein Strategie-Team würde ich als minimale Qualifikation einen Nobelpreis verlangen.
- Für die Öffentlichkeitsarbeit würde ich den Allerbesten suchen
- Ich würde auch einen starken und robusten Manager suchen, vielleicht mit Militärhintergrund, oder den Chef einer internationalen Firma.
So arbeitet Gott aber nicht. Wir haben ihn gesehen, wie er [mit Gideon] einen Mann verwandelt, der dabei entdeckt wurde, wie er sich versteckt hatte - und sich damit als der geringste aller geringen möglichen Armeekommandanten ausgezeichnet hatte. Aber er leitete 300 Mann gegen eine riesige Armee und gewann die Schlacht. Gott kann und wird dasselbe für dich tun, wenn du ihm deine Umstände auslieferst.
Bevor Gideon in die Schlacht zog bat er Gott um ein Zeichen [Kapitel 6,17] und Gott erwies ihm seine Treue und gab ihm dieses Zeichen. Dadurch war er in der Lage, zu erkennen, zu wem er geredet hatte und er sagte: “Ich habe deinen Engel gesehen, ich habe ihm [von Angesicht zu Angesicht] gegenübergestanden.” (Kapitel 6,22)
Bibelzitate: Gute Nachricht Bibel
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